WAS GRÜNDER ANTREIBT

Gründerstimmung steigt

Die Stimmung im Hotel- und Gastronomiegewerbe ist 2015 noch besser als im Vorjahr – und der Großteil der befragten Selbstständigen ist zufrieden. Die Unternehmer machen sich in erster Linie selbstständig, um unabhängig zu arbeiten und erfolgreich zu sein. Hürden sind Personalsorgen, Bürokratie, Steuerlast – und der Mindestlohn.


Warum gründen glücklich macht

Gründer in der Gastronomie werden immer glücklicher: Während 2014 insgesamt 77 Prozent der selbstständigen Unternehmer zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrer Situation, ist der Wert im Jahr 2015 nochmals um drei Prozentpunkte gestiegen. Bei größeren Betrieben mit elf oder mehr Mitarbeitern ist die Zufriedenheit sogar noch leicht höher. Mit 88 Prozent sind Caterer am glücklichsten und mit 70 Prozent Imbissbetreiber relativ betrachtet am wenigsten zufrieden.

Was macht die Unternehmer glücklich? Vor allem wirtschaftlicher Erfolg. Denn mit der Betriebsgröße und dem Jahresumsatz steigt die Zufriedenheit: In Betrieben mit mehr als elf Mitarbeitern sind 86 Prozent der Befragten glücklich, in Unternehmen mit weniger als sechs Mitarbeitern sind es lediglich 75 Prozent. Ab einem Jahresumsatz von mehr als 500.000 Euro erreicht die Zufriedenheit sogar einen Wert von 92 Prozent.

Wirtschaftliche Sorgen trüben das Glück

Dementsprechend ist der wichtigste Einflussfaktor für das unternehmerische Glück die finanzielle Lage des Betriebs. Aber auch idealistische Faktoren wie die die Wahrnehmung von Verantwortung oder die große Leidenschaft für das eigene Geschäft sowie Anerkennung haben Einfluss auf das persönliche Glücksempfinden. Unzufrieden machen die Unternehmer vor allem wirtschaftliche Sorgen. So nennt mit 48 Prozent fast die Hälfte aller Befragten die finanzielle Unsicherheit als spürbare Belastung. Hier ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr festzustellen (3 Prozent). Das gilt auch für den Umgang mit Existenzängsten, die mehr als einem Drittel der Selbstständigen zu schaffen machen – ein Anstieg um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Snippet Zufriedenheit Gründer

Was macht Sie zufrieden und was unzufrieden?

Positive und negative Aspekte der Selbständigkeit

Was macht Sie zufrieden und was unzufrieden?

Warum gegründet wird

Vor allem zwei Faktoren sind ausschlaggebend für die Entscheidung, sich selbstständig zu machen: das Streben nach beruflichem Erfolg (80 Prozent) sowie die Unabhängigkeit (81 Prozent). In der Hotellerie möchten zudem 69 Prozent eine Familientradition fortsetzen. Jeder dritte Gründer möchte eine neue Geschäftsidee umsetzen.

Insbesondere Caterer sind offen für Neues: 88 Prozent der Befragten möchten etwas Eigenes schaffen, 59 Prozent eine Marktlücke schließen beziehungsweise eine neue Geschäftsidee umsetzen und 47 Prozent einen Trend prägen – logisch, dass 94 Prozent der selbstständigen Caterer vor allem den Freiraum für Innovationen schätzen. Diese Einstellung teilen aber auch mehr als Dreiviertel der übrigen Unternehmer.

Gründer lieben Verantwortung

Darüber hinaus schwärmt die große Mehrheit davon, selbst Chef zu sein: Mit insgesamt 95 Prozent bewerten nahezu alle befragten Gründer es als positiv, die Verantwortung für ihr Geschäft zu tragen. 83 Prozent mögen es zudem, kreativ zu arbeiten, und 81 Prozent schätzen den gestalterischen Freiraum. Ein großer Teil (91 Prozent) freut sich darüber hinaus über den Umgang mit Menschen.

Was empfinden Sie als positiv in Zusammenhang mit Ihrer Selbstständigkeit?

Sorgenkind Fachpersonal

Perfekt ist das Leben als Gründer dennoch nicht: Der Großteil der Selbstständigen hat mit einem steigenden Fachkräftemangel zu kämpfen. 87 Prozent der Befragten haben Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Restaurants bewerten die Entwicklung mit 93 Prozent als besonders kritisch, während sie von lediglich 65 Prozent der Caterer gefürchtet wird.

Mit 79 Prozent leiden noch mehr Unternehmer als im Vorjahr (70 Prozent) unter bürokratischen Hürden und gewerblichen Vorschriften. Das betrifft vor allem das Hotelgewerbe, dessen Wert sich mit 87 Prozent um 14 Prozentpunkte verschlechtert hat. Eine weitere Hemmschwelle vor dem Sprung in die Selbstständigkeit ist für jeden zweiten Gewerbetreibenden der Mindestlohn.

Zudem klagen 78 Prozent der befragten Betriebe über die Steuerlast. Bei den Restaurants, Hotels und Imbissen hat dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, bei den Cafés und Cateringunternehmen hingegen leicht abgenommen.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie in Zusammenhang mit Ihrer Selbstständigkeit?

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