Herr Güngörmüs, war der Wunsch nach Unabhängigkeit der Treiber für die Selbstständigkeit?

Er war ein Treiber, aber nicht der einzige. Ich wollte schon früh etwas Eigenes schaffen und mein Restaurant schnell auf starke, eigene Beine stellen.

Dafür sind Sie von München nach Hamburg gewechselt. Was waren anfangs die größten Herausforderungen?

Ich kannte niemanden und das Startkapital war begrenzt. Mit 27 ist es nicht leicht, Banker für ein Restaurantkonzept zu begeistern – aber es hat geklappt.

Viele Selbstständige klagen über fehlendes gutes Personal. Woran liegt das?

Als junger Koch waren für mich zwölf Stunden Arbeit normal. Das hat sich geändert, bei den Auszubildenden heute zählen vor allem Freizeit und Einkommen. Da ist es nicht leicht, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und von den Vorteilen der Gastronomie zu überzeugen.

Wie gelingt es Ihnen, Ihre Mitarbeiter zu begeistern?

Indem ich ihnen erstens klarmache, dass sie Teil des Ganzen sind. Sie sollen nicht sagen: "Ich arbeite im Restaurant von Herrn Güngörmüs", sondern: "Das ist das Le Canard und ich bin ein Teil davon." Zweitens, indem ich offen

bin und klar sage: Heute haben wir einen guten Umsatz gemacht – oder auch nicht. Und drittens, indem ich wirtschaftliche Zusammenhänge aufzeige. Das alles sind nicht zuletzt wertvolle Grundlagen für eine mögliche eigene Selbstständigkeit.

65 Prozent der Befragten würden sich erneut für eine Selbstständigkeit in der Gastronomie entscheiden. Wie beurteilen Sie diesen Wert?

Er zeigt die große Bedeutung beruflicher Unabhängigkeit und dass sich die Mühen in der Gastronomie letztendlich auszahlen.

Welche Bedeutung haben Partner, wie etwa Lieferanten, für eine erfolgreiche Gastronomie?

Ich bin auf gute Ware und verlässliche Lieferanten angewiesen. Deshalb behandele ich meine Partner fair und versuche auch nicht, Kosten zu drücken. Gute Ware hat eben ihren Preis.

Wie lautet Ihr Erfolgsrezept für Selbstständige?

Je besser man seinen Job macht, desto größer ist die Chance, erfolgreich auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb sollte man nach der Ausbildung erst ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln.

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