Sven Freystatzky: Burgerlich Köln und Hamburg

Kein gewöhnlicher Hamburger: In den Restaurants von Sven Freystatzky können sich Gäste ihre Burger selbst zusammenstellen. Ungewöhnlich ist auch der Service. Sämtliche Bestellungen werden digital über ein Tablet aufgegeben.

„HEUTE IST OHNEHIN VIELES DIGITAL. WARUM NICHT AUCH DIE GASTRONOMIE?“

Normale Hamburger findet Sven Freystatzky langweilig. Lieber setzt er auf Qualität und die Kreativität seiner Gäste. Ein Gespräch über die Vorteile von digitalen Tablets gegenüber analogen Tabletts und die Erfahrungen eines mehrfachen Gründers. 

Herr Freystatzky, Sie sind Inhaber von zwei ganz besonderen Burgerrestaurants…
Genau. Unsere Vision für Burgerlich war, dass sich der Gast seinen Burger selbst bauen kann. Unsere Waren werden dabei immer frisch und möglichst nachhaltig hergestellt.

Ihre Gäste bestellen vollkommen digital. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Heute wird ohnehin vieles per Smartphone oder Tablet erledigt. Wir dachten uns: Warum nicht auch in der Gastronomie?

Mussten Sie viel Überzeugungsarbeit bei Ihren Gästen leisten?    
Die jungen Besucher finden es wirklich großartig. Ältere sind erst einmal skeptisch. Am Ende erkennen aber die meisten: Wow, so schwer ist das gar nicht – und werden so vielleicht auch ans digitale Zeitalter herangeführt. Zumal der Kontakt zu den Mitarbeitern ja immer noch gegeben ist.

Profitiert auch Ihr Betrieb vom neuen System?    
Auf jeden Fall. Einerseits können so zum Beispiel Studenten ohne spezielle Fachausbildung bei uns arbeiten, andererseits deckt das System Warenwirtschaft, Personalstruktur und Inventur mit ab. Insgesamt verringern wir also sowohl Personalkosten als auch Wareneinsatz und sehen genau, an welchen Stellen wir uns noch verbessern können.

Sie sind mehrfacher Gründer. Welchen Rat geben Sie jungen Selbstständigen?    
Nur wer hart zu sich selbst ist, kann es schaffen. Es geht nicht allein darum, gut zu kochen, sondern genauso ums Geschäftliche. Selbstständigkeit bringt unglaublich viel Verantwortung mit sich. Bleibt der Erfolg aus, muss das eigene Ego hintangestellt werden. Aber es lohnt sich: Das Gefühl, wenn dein Konzept am Ende aufgeht, ist unbezahlbar.

Ein Teil des Erfolgs sind zufriedene Mitarbeiter. Haben Sie Tipps zur Personalführung?    
Das Wichtigste ist, den Mitarbeitern die eigene Vision verständlich zu vermitteln und selbst Vorbild zu sein. Auch Verantwortung ist ein wichtiges Thema. Wenn man Mitarbeitern das Gefühl gibt, Teil des Unternehmens zu sein, verbessert sich automatisch ihre Leistung.

Wohin führt der Weg von Burgerlich in Zukunft?     
Wir möchten unser Konzept immer weiter verfeinern. Natürlich haben wir den Traum, dass unsere Gäste irgendwann ins Restaurant kommen, via Smartphone bestellen, bezahlen und zufrieden nach Hause gehen. Diese Zukunftsträume hat jeder Entwickler.

Custom-Burger übers Tablet

Gedruckte Karten findet im Burgerlich niemand – das gesamte Menü ist digital bestellbar. Das Prinzip ist so simpel wie ein Onlineeinkauf: Über ein in den Tisch eingelassenes Tablet stellt der Gast Burger, Menüs und Getränke individuell selbst zusammen und aktiviert die Bestellung dann über eine spezielle Chipkarte. Der Auftrag geht direkt an die Küche – ein Cappuccino steht sofort auf dem Tisch.

Home-made-Genuss

Ein Fest für anspruchsvolle Fastfoodgourmets in Köln und Hamburg: In gleich zwei deutschen Städten steht Burgerlich seit 2014 für klassische Burger, frische Salate und süße Träumereien. Kern des Menüs der erfahrenen Gründer Sven Freystatzky und Gregor Gerlach bildet eine Auswahl hausgemachter Premiumburger. Immer frisch zubereitet, hochwertig – ganz nach dem offiziellen Motto „no ordinary Hamburger“. Das Besondere: Der gesamte Bestellvorgang läuft digital ab.

www.burgerlich.com

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